Foto: Sven Krützmann

Draußen

endlich wieder Biergarten-saison

Westfälische Tradition im herzen der stadt

Mitten im Herzen von Münsters historischer Altstadt geht es zünftig zu: Seit über 60 Jahren wird hier echte münstersche Gaststättentradition gelebt – in den urig westfälisch eingerichteten Innenräumen, aber auch im traditionellen Biergarten des Restaurants. Durch große Sonnenschirme vor der Hitze geschützt, kann man es sich auf der Terrasse gemütlich machen und ein kaltes Getränk genießen – entweder dem Gaststättennamen entsprechend ein König Pilsener, oder aber auch eines der vielen anderen Biere und Spirituosen aus dem Münsterland, die auf der Karte stehen. Die Köpi Stuben sind zugleich traditionell verwurzelt und weltoffen: Sowohl gegenüber Münsterländern und Westfalen aus der Region als auch Touristen aus ganz Deutschland und der Welt wird Gastfreundschaft hier großgeschrieben. So treffen hier münstersche Stammgäste auf internationale Besucher, Stammtische werden abgehalten – und der Biergarten wird zum Ort der Begegnung.

Foto: Siva Sivatharsanan
Internationale Touristen und alteingesessene Stammtische – in den Köpi Stuben ist jeder willkommen und das Publikum bunt gemischt.

Gute Stimmung am Südpark

Wenn man an der Hammer Straße schon von Weitem einen großen Haufen Menschen sieht, die fröhlich essend und trinken am Rande des Südparks sitzen und es sich gut gehen lassen, dann liegt das am Tom & Polly. Das Lokal im Südviertel ist Vieles in einem: Kneipe, Restaurant, Hostel – und Biergarten. Die großflächige Terrasse liegt zwar direkt an der großen Hammer Straße, doch der Autoverkehr ist schnell vergessen, wenn man die ausgelassene Stimmung aufsaugt, die bei Tom & Polly herrscht. Wer etwas essen will, hat die Wahl zwischen einigen regionalen Leckerbissen, und auch die Getränkekarte lässt keine Wünsche offen. Und sollte die Nacht doch mal etwas länger werden und die Besucher nicht mehr verkehrstüchtig sein – einfach eines der fünf Hotelzimmer buchen und die Leeze stehen lassen!

Foto: Tom & Polly
Bei Tom & Polly im Südviertel ist an warmen Tagen immer etwas los. Direkt zwischen Hammer Straße und Südpark gelegen, herrscht im Biergarten eine zugleich urbane und naturnahe Atmosphäre

Biergartenkultur seit 1828

Auch der älteste Biergarten Münsters soll nicht unerwähnt bleiben: Seit 1828 wird hier unmittelbar an der Promenade in zugleich urbaner und naturnaher Atmosphäre eingekehrt. Nachdem der Biergarten bis September 2021 unter dem Namen „Klamm und Heinrich“ lief (Heinrich war übrigens der Name des allerersten Pächters), wurde er in diesem Jahr als Pop-up-Biergarten – also vorerst nur für eine Saison – von einer Gruppe junger Gastronomen um Sven Krützmann eröffnet. Im Biergarten am Pulverturm gibt es auf der gemütlichen Terrasse bayrisches Büble vom Fass sowie diverse andere Biere, eine große Weinkarte und Spirituosen der münsterländischen Brennerei Sasse. Geplant ist außerdem ein Konzept, wie man es aus traditionellen Biergärten in Bayern kennt, es in Münster jedoch bisher eine Seltenheit ist: Die Gäste sollen sich ihr eigenes Essen mitbringen dürfen, um sich im Biergarten mit Käseplatten, Brot und Co. von zuhause selbst verpflegen zu können. Bis diese Idee umgesetzt ist, muss aber auch keiner hungrig bleiben: Fingerfood und kleine Snacks stehen ganz regulär auf der Speisekarte. Was mit der sanierungsbedürftigen Location am Pulverturm auf lange Sicht geschieht, steht noch in den Sternen – also genießen wir diese Saison noch einmal kräftig. Prost!

Foto: Sven Krützmann
Der Biergarten am Pulverturm ist der älteste Biergarten Münsters. Trotz wechselnder Betreiber und Namen ist er für Münsteraner wie Stadtbesucher immer eine beliebte Adresse geblieben.

Urige Gemütlichkeit bei den Muttis

Im Kreuzviertel gibt es für urige Gemütlichkeit und frisch gezapftes Bier nur eine Adresse: Mutter Birken. Die Traditionskneipe an der Schulstraße – die jeden April mit ihren Kirschblütenbäumen zum beliebten Foto-Hotspot wird – blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit 2021 bringen nun die „Muttis“ Dominik und Bernd als Betreiber neuen Schwung in die Gaststätte – den rustikalen Retro-Flair jedoch haben sie erhalten. Die Außenterrasse bei Mutter Birken ist schlicht, aber hat doch alles, was ein Biergarten braucht: Stühle, ein paar schattenspendende Bäume und natürlich: Gutes Bier. Mit Pinkus als Getränkepartner hat Mutter Birken DAS münstertypische Bier auf der Karte. Und auch bei der kleinen Speiseauswahl setzt das Lokal auf Regionales: Am „Fisch Friday“ gibt es wechselnde frische Fischgerichte aus der Fischbrathallte am Rosenplatz, Fleischspezialitäten werden vom Metzger Philipp Büning aus Hiltrup bezogen. Wir finden: Mutter Birken ist nicht nur im April, wenn die Kirschblüten die Schulstraße in ein spektakuläres rosa Gewand kleiden, einen Besuch wert. 

Foto: Dominik Schless
Mutter Birken im Kreuzviertel ist eine Traditionskneipe mit Retro-Flair – auf der Außenterrasse an der ruhigen Schulstraße schmeckt das Feierabendbier besonders gut.

Rast und Stärkung an der Werse

Das Landgasthaus an der Pleister Mühle ist vor allem unter Wassersportlern und Radfahrern beliebt: Unmittelbar an der Werse in Münsters Osten gelegen, ist das Landgasthaus inklusive Biergarten die perfekte Adresse für Kanufahrer und Stand-Up-Paddler, die sich nach einem sportlichen Tag auf dem Wasser bei Speis oder Trank stärken und ausruhen wollen. Und auch Radfahrer „stolpern“ oft über das Traditionsgasthaus, weil einige der bedeutendsten Radwege quasi direkt durch den Biergarten führen. So kommen etwa Radler der Friedensroute zwischen Münster und Osnabrück, aber auch Bezwinger des Europa-Radweges R1 (über 5000 Kilometer, von Großbritannien bis Finnland!) an der Pleister Mühle vorbei und kehren zur Pause ein. Aber auch Wanderer, die einen Ausflug ins Münsterland machen, freuen sich auf ein kühles Frischgezapftes und ein Würstchen vom Grill. Für die Unterhaltung sorgt nach der Stärkung eine Minigolfanlage direkt neben dem idyllisch gelegenen Gasthof. Dieser kann übrigens auf eine lange Geschichte zurückblicken: Die Pleister Mühle gilt als älteste Gaststätte der Bauernschaft Werse – schon 1808 wurde hier Brandwein ausgeschenkt und damit der gastronomische Grundstein gelegt.

Foto: Gabriele Cronrath
Im Biergarten des Gasthofes an der Pleister Mühle lässt es sich nach einer Radtour, einer Wanderung oder einem Kanuausflug wieder Kraft tanken.

Spieleabend an der Promenade

Die Gaststätte Johann Conrad ist wohl einer der weniger bekannten Biergärten Münsters. Etwas unscheinbar liegt der Eingang offiziell an der Sonnenstraße, die Außenterrasse grenzt jedoch unmittelbar an die Promenade und ist auch von dieser zugänglich. Der Biergarten ist von den dichten Promenadenbäume völlig umschlossen – eine grüne Oase mitten im Stadtzentrum. Hier lässt es sich nicht nur entspannt sitzen, trinken und reden; der Biergarten lädt auch zum Spielen ein. Über 80 Gesellschaftsspiele stehen in der Gaststätte zur Verfügung, darunter Brett-, Wissens und Kartenspiele sowie verschiedene Knobelvariationen. Die breite Auswahl lädt zu einem Quizabend, einem Doppelkopfturnier oder einer Runde Schocken mit Freunden ein. Seinen Namen hat die unscheinbare Gaststätte übrigens vom bekannten Architekten Johann Conrad Schlaun, der als bedeutendster Baumeister des Westfälischen Barocks gilt. Verschiedene Motive seiner Bauten zieren in der Gaststätte, die von Münsteranern liebevoll „JoCo“ genannt wird, die Wände. Wer die Gaststätte und den lauschigen Biergarten ganz für sich haben und dort im Privaten feiern will, kann das JoCo übrigens auch mieten. 

Foto: Gaststätte Johann Conrad
In der Gaststätte Johann Conrad (von Stammgästen als "JoCo" abgekürzt) gibt es über 80 Gesellschaftsspiele, die für Unterhaltung beim Biergartenbesuch sorgen.

Alternative Biergartenstimmung mit Live-Musik

Neben den zahlreichen traditionellen Gaststätten in Münster weht in der Roten Lola in direkter Hafennähe ein alternativerer Wind. Der originelle Club ist bekannt für seine WG-Party-Atmosphäre – inklusive Tanzfläche, Kicker und schummerigen Sesselecken. Doch nicht nur zum Tanzen lohnt ein Besuch. Der Außenbereich lockt als gemütlicher Biergarten, in dem neben den Klassikern wie Kaffee, Bier und Wein auch Cocktails und Kurze auf die Besucher warten. Bei der Getränkeauswahl legt die Rote Lola Wert auf Bio-Produkte, regionale Anbieter und hohe Qualität – die aber dennoch bezahlbar ist. Das schönste an Lolas Garten: Ab und zu treten auf der kleinen Bühne aufstrebende Musiker auf und liefern feinste Live-Musik, die dem lauschigen Abend unter Lampions zu einem besonderen Erlebnis machen.

Foto: Rote Lola
Der Außenbereich der Roten Lola lädt zum Feierabendbier in unmittelbarer Hafennähe ein – häufig auch mit Live-Musik von aufstrebenden Künstlern.

Der weltberühmte Klassiker

Der Name des Bieres, das man auf den Getränkekarten vieler Biergärten in Münster findet, kommt natürlich nicht von irgendwoher. Pinkus Müller ist eine traditionsreiche Brauerei, die 1816 von Johannes Müller gegründet wurde und damit auf eine über 200-jährige Geschichte zurückblicken kann – und inzwischen sogar die einzige verbleibende Altbierbrauerei der Stadt ist. Während der Gründer damals neben der Altbierbrauerei auch eine Bäckerei und eine Schokoladenfabrik betrieb, liegt heute der Fokus ganz auf dem Bier – und auf der Gastronomie. Mit seiner westfälischen Altbierküche inklusive Biergarten prägt Pinkus Müller das Münstersche Kuhviertel. Mitten in der historischen Altstadt an der belebten Kreuzstraße gelegen, lässt es sich hier wunderbar zu münsterländischen Spezialitäten und natürlich zu frisch gebrautem Pinkus-Bier einkehren. Mit über 15 Sorten – vom Original Altbier über ungefiltertes Pils („Pinkus Special“) bis hin zu Bier mit Honigmalz – ist die Biervielfalt bei Pinkus riesig: Sich einmal durch die Karte zu probieren, bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Probiert haben sollte man unbedingt auch die Altbierbowle, die mit Erdbeeren und herrlich süßem Aroma daherkommt. Das Bier von Pinkus ist inzwischen überregional bekannt und wird weltweit verkauft und getrunken – am besten schmeckt es aber natürlich dort, wo es den kürzesten Anfahrtsweg hat. Der Biergarten von Pinkus Müller ist daher eine gute Adresse, wenn man unter freiem Himmel im charismatischsten Ausgehviertel der Stadt und mit der geschichtsträchtigen Brauerei im Rücken einen schönen Abend verbringen möchte.

Die Qual der Biergartenwahl 

Neben den hier vorgestellten Biergärten locken noch zahlreiche weitere Lokalitäten in Münster, die sich mit ihren Außenbereichen perfekt für gemütliche Sommerabende unter freiem Himmel eignen. Erwähnt seien hier nur beispielhaft die gesamte Hafenpromenade mit ihren Restaurantterrassen direkt am Wasser oder die Kreuzstraße, in der nicht nur Pinkus Müller Altbier und Open-Air-Plätze zu bieten hat. Auch rund um den Prinzipalmarkt laden die Außenbereiche von traditionellen Gaststätten wie dem Kleinen und Großen Kiepenkerl in der historischen Altstadt zum Verweilen in der Sonne ein. Wer nicht nur trinken, sondern auch tanzen möchte – und das am liebsten mit den Füßen im Sand – ist im Coconut Beach am Hawerkamp bestens aufgehoben. Und wer Lust auf ein Pub Quiz auf einer gemütlichen Außenterrasse in alternativem Ambiente hat, schaut im Lieschen Müller vorbei. Für ein Stück München mitten in Münster kehren Sie nach einem Spaziergang um den Aasee im Spatzl ein, für digitales Biergartenvergnügen besuchen Sie den Biergarten.ms, und für ein idyllisches Stündchen in botanischer Atmosphäre ist das Schlössgärtchen die richtige Adresse. Die Auswahl ist groß – und der Sommer zum Glück lang!

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