Guter Kaffee, angenehme Atmosphäre, leckere Snacks, ein sympathisches Team: Das Erfolgsrezept der Kaffeebars von Lamin Jammeh wirkt zunächst wie „das einfache Einmaleins der Gastronomie“. Aber natürlich steckt mehr dahinter.
Der in Hannover geborene und dort auch aufgewachsene Unternehmer hat gerade seinen dritten Kaffeespot in Münster eröffnet, nach der namensgebenden Location (in einer Stadtvilla Baujahr 1907) an der Wolbecker Straße 99 und der kleinen Kaffeebar im ehemaligen „Kerzen Kuhlmann“ an der Salzstraße 11 nun auch an der Hammer Straße 2.
Zum Studium war Lamin zunächst von Hannover aus in Wien gelandet. Auch wenn sein Fach die Kommunikationswissenschaften waren: Die Gastronomie war schon immer sein Steckenpferd, mit dem er sich auch die akademische Laufbahn finanzierte.
„Wien ist einfach eine ganz großartige Stadt, ich habe mich dort sehr wohl gefühlt“, erzählt Lamin, der aber nachdenklich wurde, als er feststellte, dass er von dort aus seinen älter werdenden Eltern einfach nicht so beistehen konnte, wie er sich es wünschte. Also entschied er sich, aus Österreich nach Deutschland zurückzukehren. Und weil hier auch schon sein Studienfreund Kerim Benoua (einer der Gründer der hiesigen Restauranterfolge Gustav Grün, Áro und Cuchara) gelandet war, schlug auch Lamin Jammeh hier in Münster seine Zelte auf. Seinen Jugendtraum von einer eigenen Gastronomie erfüllte er sich dann auch zunächst gemeinsam mit oben erwähntem Kerim: Vor gut fünf Jahren eröffneten sie das erste Café 19sieben an der Wolbecker Straße, das übrigens inzwischen durch einige Interior-Anpassungen im neuen Look (siehe Fotos) daherkommt.
Münster gefällt Lamin, er kann nun auch schneller und unkomplizierter seine Eltern erreichen: „Ich möchte ihnen gerne etwas zurückgeben und sie praktisch und auch finanziell unterstützen“, erzählt der Sohn eines Gabelstaplerfahrers, seine Mutter hat als Erzieherin und Altenpflegerin gearbeitet. Und Lamin? Ist nun Unternehmer. „Acht Wochen nach unserer Gründung an der Wolbecker Straße kam der zweite Lockdown der Corona-Pandemie“, erinnert er sich. „Das war hart.“ Inzwischen ist das aber Schnee von gestern, eine zweite Location ist mit der 19sieben Kaffeebar an der Salzstraße hinzugekommen, seit eineinhalb führt Lamin seine Betriebe als Einzelunternehmer und hat nun den dritten Laden (an der Hammer Straße) ganz frisch eröffnet.
„Dass ich mal knapp vierzig Mitarbeitende im Team haben werde, hätte ich mir nie träumen lassen“, gibt Lamin Jammeh zu. Und er weiß, „dass eben genau diese Persönlichkeiten den Erfolg eines Cafébetriebs ausmachen.“ Im menschlichen Sinne, aber auch bezogen auf ihre individuelle Expertise. „Wir setzen auf gleichbleibende, hohe Qualität“, so Lamin, „und auf Weiterentwicklung“. Mitarbeiter Nikita etwa ist nach einer aufwendigen Ausbildung inzwischen zertifizierter Kaffeeröster (eine 19sieben-Kaffeerösterei ist damit fast schon „eingetütet“), Mitarbeiterin Molle ist bereits ausgebildete Konditormeisterin und arbeitet mit Lamin Jammeh auf eine eigene Backstube für die 19sieben-Familie hin – bislang liefert Birgit Lievenbrück ihre „Küchenschätze“ in die Kuchentheke.
Viele Ideen, reichlich los an den Kaffeemaschinen und in den Köpfen – Lamin Jammeh findet seinen Ausgleich beim Laufen in der Natur und im Gym. Und freut sich jetzt erstmal, dass seine Caféidee nun schon an drei Standorten in Münster Genießer verwöhnt.
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