Haus Rüschhhaus
Foto: Cornelia Höchstetter

Mit dem Fahrrad

Zwischen Stadt & Land

Die Packordnung für diese Tour: Nehmen Sie am besten eine Kühltasche mit! Unterwegs gibt es viele Möglichkeiten, Köstliches aus der Region direkt vom Erzeuger einzukaufen. Es ist eine Tour von Hofladen zu Hofladen. Vorab so viel: Die Strecke ist etwa 50 Kilometer lang – kann aber an jedem Punkt begonnen und an vielen Stellen Richtung Innenstadt verkürzt werden.

GETRÄNKE AUS DEM AUTOMATEN

Wir sind die Runde im Süden gestartet und haben gleich am ersten Hofladen Irmgards Bauernlädchen den Automaten geplündert: Die gekühlten Getränke sind in der Sommerhitze eine Wohltat. „Die müssen wir tatsächlich mehrmals am Tag auffüllen“, erzählt Irmgard von Looz. Der Hof ihrer Familie liegt direkt am Radweg am Kappenberger Damm und hat zwei Einfahrten. „1996 haben wir schon mit einem Lädchen angefangen, damals noch auf zwölf Quadratmetern“, erzählt sie die Entwicklung. Heute sind es 120 Quadratmeter, angeboten wird regionale Ware. Wer seine Radtour Dienstag oder Freitag plant, kann sich auf frisch gebackenes Brot, Brötchen und Kuchen freuen. „Nach eigenen Rezepten“, betont Irmgard von Looz. Für die Kühltasche am Fahrrad eignen sich außerdem Pfefferbeißer oder eine frisch geräucherte Forelle aus dem Sauerland.

Radfahrer auf dem Mecklenbecker Weg Foto: Cornelia Höchstetter
Für die Tour gibt es viele Abkürzungen: etwa über den Radweg am Mecklenbecker Weg.
Türme des Universitätsklinikum Foto: Cornelia Höchstetter
Blick vom Dingbänger Weg auf die Sentruper Höhe und die Türme des Universitätsklinikum.

ZWISCHEN STADT UND LAND

Während die Leezen durch Mecklenbeck rollen, ist die räumliche Nähe Münsters zwischen Stadt- und Landleben zu spüren. Eben noch im Wohngebiet, plötzlich ist alles grün. Weite Felder, am Himmel ziehen Störche ihre Kreise und am Horizont bauen sich die Türme des Universitätsklinikums auf. Von unserem Standort aus erklärt sich auch der Name der „Sentruper Höhe“. Wir fahren den Dingbänger Weg entlang – die Dingbängerheide hat ihren Namen von einem Gerichtsstuhl, der als „Dingbäng“ bezeichnet wurde, den es wohl laut Münster Wiki im Jahre 1283 hier gab. Statt düsterer Geschichten machen wir lieber einen Schlenker in die Altenroxeler Straße und kommen zu Wildermanns Hofladen. Sogar die Hühner haben Sommerlaune, liegen im Schatten oder rennen durch das Gras.

Wilde Lupinen Foto: Cornelia Höchstetter

EIS MIT BLICK AUF HÜHNER

Eis ist ein gutes Stichwort. Der nächste Hofladen auf Hof Krützkemper hat Eis und sogar am Sonntag geöffnet. Perfekt für eine Pause an der Hühnerwiese, auch wenn wir noch gar nicht so lange gefahren sind. „Das Eis ist von Hof Oskamp aus Laer“, erzählt Philipp Augenstein, der die Kundschaft bedient. Seit 1903 gibt es den Hof Krützkemper, wie die Jahreszahl in der Hausfassade verrät. Und seit sechs Jahren ist das Lädchen geöffnet. „Ich würde unseren Hof als familiär und ruhig beschreiben“, sagt Philipp Augenstein und weist darauf hin, dass das Rathaus nur etwa viereinhalb Kilometer Luftlinie entfernt sei. So nah sind sich in Münster Stadt und Land. Auf dem Hof leben auch Pferde und Ponys, mit denen Familie Augenstein (Clauda Augenstein ist eine geborene Krützkemper) heilpädagogische Förderung anbietet.

Claudia und Philipp Augenstein vom Hofladen Krützkemper Foto: Cornelia Höchstetter
Claudia und Philipp Augenstein vom Hofladen Krützkemper.
Hahn läuft über Wiese Foto: Claudia Höchstetter
Am Wegesrand blühen wilde Lupinen und vor Wildermanns Hofladen laufen Hahn und Rinder über die saftgrünen Wiesen.

AUCH NOCH ESEL …

Von den Pferden geht es mit dem Drahtesel zu echten Eseln: Am Rand von Gievenbeck ist das Haus Mariengrund am Nünningweg. Im Park des Bildungshauses entdecken wir den Heilkräutergarten der Kiepenkerl-Apotheke. Salbei, Basilikum und viele Kräuter mehr duften um die Wette. Noch ein paar Meter weiter stehen zwei Esel auf ihrer Weide: Freddy und Fridolin sind Poitou-Esel und gehören zum Institut für Zoologische Theologie.

Noch mehr Tiere können die Ausflügler auf dem Hof der ausgeschilderten Milchtankstelle Dieckmann anschauen. Hendrik konzipiert, dass Hofbesucher einen Blick in die Kälberställe werfen können. An der Milchtankstelle kann sich jeder mit Pfandflaschen frische Rohmilch zapfen. Außerdem gibt es dort Produkte von befreundeten Landwirten aus der Region: Eier, Marmelade, Kartoffeln oder Honig. Achtung: Hartgeld ist gefragt! Seit Sommer 2017 bieten Dieckmanns diesen Service an – eine Bank und ein Stein zwischen der Drillingseiche laden zur Pause ein.

Motorradfahrer in der Landschaft Foto: Cornelia Höchstetter
Abstecher zum Aussichtspunkt auf dem Mühlenberg bei Nienberge.

KULTOUR: HAUS RÜSCHHAUS

Von Haus Mariengrund geht es zum Haus Rüschhaus. Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun errichtete sich hier einen Landsitz. 23 Jahre soll der Baumeister hier gewohnt haben. 1825 wurde dann Clemens August II. von Droste- Hülshoff der Hausbesitzer – und seine Tochter Annette von Droste-Hülshoff zog 1826 nach seinem Tod mit ihrer Mutter und Schwester Jenny ein. In diesem Haus hat die Dichterin die bekannte Novelle Die Judenbuche geschrieben, die 1842 erschien.

MAISLABYRINTH UND KAFFEE!

Die Tour führt weiter durch Nienberge. Dort wartet Familie Stertmann zum dritten Mal mit dem Maislabyrinth Münster auf. Drei Kilometer lang folgt man dem Irrweg im 4,5 Hektar Feld. Mitten im Mais stehen sogar Stühle und Tische! Am Feldrand werden Getränke und Kaffee ausgeschenkt. Ab Ende August beginnt hier auch der Kürbisverkauf.

Gut Kinderhaus Foto: Cornelia Höchstetter
Im Gut Kinderhaus in Sandrup betreibt die Westfalenfleiß GmbH einen Hofladen und ein Hofcafé.
Am Schloss Foto: Cornelia Höchstetter
Picknickpause am Schlossplatz, hier lockt inzwischen auch ein Biergarten!

ABFAHRT ÜBER KINDERHAUS

Nach dem Maislabyrinth steht noch die Umrundung des 99 Meter hohen Vorbergshügel an. Dann radeln wir flink bergab, bis wir am Max-Clemens-Kanal ankommen. Auf dem Weg nach Kinderhaus liegt noch das Gut Kinderhaus, ebenfalls mit einem Hofladen und einem Café. Die Grevener Straße ist die Zielgerade. Am Schlossplatz besucht man entweder die Biergärten der Stadt oder fährt umgeben vom städtischen Flair durch das Geistviertel zurück zum Ausgangspunkt.

Route Foto: Heithoff & Companie
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