Françoise Gilot Françoise Gilot
Foto: Ulrich Mack

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Fernande und Françoise – Erinnerungen an Picasso 

Kunsthistoriker stellten schon mehrfach fest, dass Picassos Liebesbeziehungen eine inspirierende Wirkung auf seine Kreativität hatten. Auch Picassos Privatsekretär Jaime Sabartés, der außerdem als einer der engsten Vertrauen des Künstlers galt, erwähnte, dass Picassos Kunst den „Kurven seiner Liebe“ folge. Aus diesem Grund befassten sich schon in der Vergangenheit einige Ausstellungen mit den Frauen an Picassos Seite – allerdings wurde den Lebensgefährtinnen dabei meist nur die passive Rolle der Muse zugeschrieben. Jene Betrachtungsweise wird Fernande Olivier und Françoise Gilot allerdings nicht gerecht, weil diese nicht nur Geliebte und Modell von Picasso waren, sondern als Chronistinnen der gemeinsam verbrachten Zeit ihre Lebenserinnerungen veröffentlichten. Die Ausstellung „Fernande und Françoise – Erinnerungen an Picasso“, die am 1. Oktober anläuft, thematisiert zwei Frauen, die bis heute untrennbar mit dem Werk Picassos verknüpft sind. Jene enge Verbindung zeigt sich in den rund 90 Gemälden, Skulpturen, Werken auf Papier und Keramiken, die nun im Picasso-Museum ausgestellt werden.

Gemälde Frauenkopf von Pablo Picasso Foto: Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Pablo Picasso, Frauenkopf, 1949, Öl auf Leinwand, Kunsthalle Bremen
Foto: Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Pablo Picasso, Die zwei Gaukler, 1905, Kaltnadelradierung, Privatsammlung

Fernande Olivier wurde als uneheliche Tochter unter dem Namen Amélie Lang geboren. Nach einer ersten, gescheiterten Ehe lernte sie Pablo Picasso im Jahr 1904 in Paris kennen, wo sie unter ihrem Künstlernamen als Modell arbeitete. Während der achtjährigen Beziehung bildete Picasso seine Freundin Fernande Olivier in über 60 Werken ab, darunter sind zahlreiche Hauptwerke seiner kubistischen Periode. Rund 20 Jahre nach dem Ende ihrer Beziehung zu Picasso verfasste Fernande ihre Memoiren, die allerdings erst 1988 vollständig publiziert wurden – zu dem Zeitpunkt waren sowohl die Autorin als auch Picasso bereits verstorben.

Fernande Olivier Foto: bpk / RMN - Grand-Palais)
Fernande Olivier, 1906

Als Françoise Gilot den deutlich älteren Pablo Picasso 1943 in Paris kennenlernte, war sie 21 Jahre alt, Studentin und selbst ambitionierte Malerin. Während ihrer Beziehung bekamen Françoise und Picasso zwei Kinder und verlegten ihren Lebensmittelpunkt ins südfranzösische Vallauris. Nach zehn gemeinsamen Jahren beendete Françoise die Beziehung und zog mit den Kindern zurück nach Paris. In der gemeinsamen Zeit mit Françoise entdeckte Picasso die Lithografie und die Keramik als neue Formen des künstlerischen Ausdrucks für sich. Thematisch sind seine Werke aus dieser Periode von der Reflexion antiker Bildwelten und der Besinnung auf die private, familiäre Sphäre geprägt. Im Jahr 1964 veröffentlichte Françoise ihre Lebenserinnerungen „Life with Picasso“ gemeinsam mit dem amerikanischen Journalisten und Kunstkritiker Carlton Lake.

Picasso versuchte seinerzeit, die Erscheinung beider Memoiren juristisch zu verhindern, was ihm allerdings nicht gelang. Zum Glück für uns – geben die Erinnerungen seiner beiden Lebensgefährtinnen doch spannende Einsichten in Pablo Picasso als Mensch und Künstler. Die neue Ausstellung arbeitet die Publikations- und Rezeptionsgeschichte der Memoiren von Fernande und Françoise auf und beleuchtet die spannende Frage, wie diese die Betrachtung von Picassos Gesamtwerk beeinflussten.

 

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